Das Interview mit Ilja Schneider in der Rochade 8 / 2016 habe ich gelesen. Aber auch hier mangelt es an Vorschlägen was konkret verbessert werden kann im deutschen Schach. Iljas Verdienste will ich nicht kleinreden. Seinen Schachblog habe ich gerne gelesen (http://schachzoo.twoday.net/, aktuell ab und zu unter http://blog.zeit.de/schach/) und er hat einiges getan für den Sport sei es auch nur, dass er Schach gespielt hat.
Die Gründe für das Fernbleiben vom Schach sind bekannt. Es gibt inzwischen andere Freizeitaktivitäten. Pokeman go lässt grüßen.
Aber wo sind die konkreten Vorschläge? Ein wenig Positives habe sich getan, so Ilja. Ja, aber was?
Die Hälfte der Bevölkerung (er meint die Frauen) sei vom Schach ausgeschlossen. Widerspruch! Wer schließt Frauen aus? Frauen können an fast jedem Turnier teilnehmen. Mir fällt spontan kein Turnier ein, dass nur für Männer offen ist.
Am Ende rät er mittelmäßigen Spielern über 25 sogar sich nicht zu viel ums Schach zu kümmern, andere Dinge wie die Familie seien wichtiger. Da hat Ilja sicherlich Recht. Gutes Geld verdienen kannst du mit Schach nur als Topspieler und da ist für 99,9 % der Schachspieler der Zug längst abgefahren. Da muss man sich einen anderen Beruf suchen.
Aber was bringt Schach voran? Meiner Meinung Leute die was organisieren. Die Unterricht geben (Jugendschach etc.), Turniere organisieren und veranstalten, Geld zur Verfügung stellen und Artikel über Schach schreiben. Und Leute, die Schach spielen, denn ohne aktive Schachspieler kann es nicht funktionieren.
Dafür wirds auch Kritik geben (z.B wenn Fehler gemacht werden) und manches Angebot wird ausgeschlagen werden aber das muss der Aktive leider hinnehmen.
Aber muss ich mir Kritik von Leuten anhören, die keine konkreten Vorschläge machen, nichts organisieren und dem Schachbrett fernbleiben? Ja, das muss ich wohl, aber diese Art der Besserwisserei wird nichts verbessern.
(Ilja meine ich damit natürlich nicht, denn der ist ja aktiv).